Filed under: Geisteswissenschaft, moderne russische Literatur, Postmoderne, Themen und Motive, Theorie
Nun, weil’s so schön ist…Diskussionsstoff mit meinem Lieblingsslawisten zum Thema Pelewin:
Meine Meinung: Pelewin schreibt a) originelle, b) postmoderne, c) witzige, d) kluge Bücher. Nur leider, e) sind seine Protagonisten 1) leblos und 2) unpersönlich. Darauf folgt f) dass Pelewins Romane zwar a) bis d) sind, aber nicht das vom LaR angestrebte Lesevergnügen bieten.
Die Meinung meines Lieblingsslawisten zum Thema Pelewin: Er stimmte mir von a) bis e) zu, wollte aber die Meinung f) nicht teilen. Es sei, so mein Lieblingsslawist, unnötig, romantisch und realistisch (also überholt), dass in Romanen Charaktere, lebendige Persönlichkeiten auftreten, es sei alleine der unkonventionelle und originelle Umgang mit Sprache und Erzählmustern, der einen Roman in Zeiten der Postmoderne auszeichnet.
Aha. Wir diskutierten noch einige Stunden weiter, und wäre ich der berühmte beste und einzige Freund von Raskolnikov oder James Jones Warden, ich hätte ihm meine Meinung mit der Faust eingehämmert. So blieb es beim bierseligen Gespräch ohne Einigung.
Grüße aus den Zeiten des Realismus.
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